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malten Darſtellungen die Wände der Hallen eines alten Schloſſes bedeckt hatten, welches, reizend im Gebirge ge⸗ legen, monatelang der Sommeraufenthalt der Königin und ihres Sohnes war. Da prägte ſich jene poetiſche Zeit tief ein in das reiche Gemüth des Knaben, und es bedurfte der ganzen Kunſt und Wiſſenſchaft ſeines ſpäteren geiſtlichen Lehrers, um die Götter von ihren Sitzen zu verdrängen, und die Thaten Siegfried's als ſehr unbe⸗ deutend erſcheinen zu laſſen gegen die Wunder der chriſt⸗ lichen Heiligen.
Daß es bei dieſer Geiſtesrichtung für Roſenthal ein Leichtes geweſen war, ſich nicht nur in die Nähe, ſondern auch in das Vertrauen des jungen Prinzen zu drängen, wird man ſehr begreiflich finden, da Jener ſich nicht nur mit einer höchſt geiſtreichen Gewandtheit zu den An⸗ ſchauungen eines Jeden, der ihm wichtig genug dazu war, bequemen konnte, ſondern da er auch ſelbſt alles Ge— heimnißvolle und Wunderbare mit großer Vorliebe be⸗ trieb. Ja, wir dürfen es hier wohl verrathen, daß Ro⸗ ſenthal die Neigung des jungen Prinzen zu jener Unbe⸗ kannten hauptſächlich dadurch entflammt hatte, daß er ihre Vergangenheit und Herkunft, ja ihr ganzes Weſen mit geheimnißvollen Schleiern umgab, unter denen das ſchöne Mädchen mit dem wundervollen blonden Haar als eines jener fabelhaften Weſen erſchien, die zuweilen zu


