Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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er ſelbſt nicht viel Zeit mehr übrig, und nachdem er noch ein paar Mal vor dem Schloß hin und her gegangen war, trat er in das kleine ſüdliche Portal, um ſich durch einen langen Korridor in die Gemächer des Kronprinzen zu begeben.

Hier in dieſem Schloßtheile war es im Vergleich zu dem, wo Seine Majeſtät wohnten, beſonders des Abends, ſehr ruhig und ſtill. Wenige Lampen erhellten die langen dunkeln Gänge, und faſt das einzige Geräuſch, das man vernahm, kam her von den einförmigen Schritten einer Schildwache, die am Eingange hin und wieder ging. Der Prinz liebte überhaupt nicht den Lärm und das ge⸗ räuſchvolle Treiben der großen Welt, lebte ſo eingezogen, als es ihm ſeine hohe Stellung nur erlaubte, und hielt gerne ſeinen ſtillen Verkehr mit Gelehrten und K ünſtlern: er war überhaupt eine ſtille, in ſich zniaeder ade mit einem ſinnigen Hange zu allem Geheimnißvollen und Myſtiſchen, wozu wohl ſeine Erziehung durch die ruhige und ſehr fromme Mutter das Meiſte beigetragen hatte, obgleich ſie nicht im Stande geweſen war, den Sohn ganz beſonders zur Frömmigkeit nach ihrer Art anzu⸗ leiten, vielmehr hatte er ſich ſchon als Kind einen eigenen bilderreichen Kultus geſchaffen. Doch waren dieſe Bilder weder Heilige noch Kirchenväter, ſondern die ſagenhaften Geſtalten der Vorzeit, die in gewaltigen, meiſterhaft ge⸗