Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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Manchen, der im Punkte der Ehre höchſt ſkrupulös thut, und dennoch ſehr bereitwillig wäre, einem Kronprinzen irgend eine Gefälligkeit zu erzeigen.“

„Ich zähle wahrlich nicht unter dieſe,“ ſagte Leo Wieneck in ſehr trockenem Tone,„und möchte am liebſten nachher Seiner Hoheit zu wiſſen thun, daß ich für dieſes Geſchäft durchaus nicht paſſe.“

„Und thäteſt ſehr Unrecht daran; denn was Du vielleicht ausführen ſollſt, iſt gerade das Gegentheil von dem, was Dich, und mit vollem Recht, ſo ſehr anwidert. Du ſollſt nicht vermitteln, Du ſollſt vielmehr ein Band, das allerdings noch nicht feſt geſchlungen iſt, gänzlich löſen helfen, zum Wohl des Betreffenden, wahrſcheinlich zum Heil des Landes, jedenfalls aber auf den dringenden Wunſch des Königs.“

Seine Excellenz hatte dieſe Worte mit großem Ernſt, ſehr beſtimmt und ziemlich laut ausgeſprochen, und da ſich der Staatsminiſter zu gleicher Zeit von ſeinem Sohne abwandte und anfing, ſich mit ſeinen Papieren zu be⸗ ſchäftigen, ſo wußte Leo, der ſeinen Vater ſehr gut kannte, daß hier ein feſter Plan vorlag, den der alte Herr wahr⸗ ſcheinlich ſelbſt entworfen, und von dem er nicht ſo leicht wieder abzubringen war.

Aber trotz alledem würde Graf Leo Wieneck auch nicht im Geringſten nachgegeben haben, wenn auf dem,