„Was ich genau weiß, will ich Dir nicht vorenthal⸗ ten. Du wirſt Dich erinnern, daß neulich bei einem Balle meines würdigen und verehrten Nachfolgers Herr von Roſenthal die Aeußerung that, das Herz des Kron⸗ prinzen ſei von einer tiefen Leidenſchaft befangen.“
„Gewiß, und ich weiß auch, daß dieſe Aeußerung mehr Rumor gemacht hat, als ſie wahrſcheinlich verdiente, denn Roſenthal iſt ſo bekannt—“
„Halt, mein Freund, Du wirſt Dich jedenfalls er⸗ innern, daß Roſenthal dieſe Aeußerung in Folge einer Wette that, welche ihm die Verpflichtung auferlegte, die Wahrheit zu reden,— jener Wette,“ ſchaltete Seine Ex⸗ cellenz achſelzuckend ein,„die für den armen Tönning ſo bedenklich ausfiel.“
„Pah, jene Aeußerung Roſenthal's gründete doch vielleicht nur auf einer Aeußerung des Prinzen, daß er ein Intereſſe für irgend Jemand empfinde.“
„So dachte auch der König, ſo dachten wir Alle. Die Sache hat ſich aber anders herausgeſtellt, und man weiß jetzt, daß er auf's Tiefſte fühlt für eine Perſon, die man mit dem Namen einer Abenteurerin belegen könnte, wenn man nicht wüßte, daß ſie ſich bis jetzt auf's Entſchiedenſte geweigert, ſelbſt die glänzendſten Anerbie⸗ tungen anzunehmen.“
„— Das überraſcht mich,“ ſagte Leo Wieneck nach


