Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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zuſammenſinken ein ſtrahlendes Luftſchloß, das er auf ihre vermeintliche Nachgiebigkeit gebaut.

Er hatte das milde, ſonſt ſo nachgiebige Weſen die⸗ ſes armen Geſchöpfes in wildem Sturm ausbrechen ſehen; er hatte mit all' ſeinen Plänen Schiffbruch gelitten und konnte nichts thun, um aus den Trümmern zu retten, was allenfalls noch zu retten war.

Dieſe Gedanken überfluteten auf's Neue ſein Ge⸗ hirn, als er in dem Gemache wartete, welches durch ein

Bibliothekzimmer von dem Schreibkabinete des Königs ge⸗ trennt war, der, eine Depeſche aufmerkſam durchleſend, am Fenſter ſtand, und Roſenthal mußte ſich alle Mühe geben, ſeine Züge zu der bevorſtehenden Unterredung in eine heitere Ruhe umzuſtimmen und ſeine Lippen unter jenem ſchalthaften Ausdrucke zu kräuſeln, der ihm ſo eigen war, und er vermochte das nur, indem er ſich be⸗ mühte, einen neuen Plan, den er raſch gefaßt hatte, für noch vortrefflicher als den erſten zu halten—„die eine Schlacht iſt verloren,“ ſprach er zu ſich ſelber,„doch wollen wir mit den Trümmern des geſchlagenen Heeres

eine zweite anfangen und— gewinnen.“

Der König hatte die Depeſche auf den Tiſch ge⸗ worfen und machte einen Schritt gegen Roſenthal, wobei die grüßende Handbewegung denſelben aufforderte, näher zu treten.„