Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Einzelbild herunterladen

Frage gethan, ſo würde ſich der Oberſthofmeiſter be⸗ ruhigt gefühlt haben; ſo aber war er überzeugt, daß Roſenthal genau wußte, um was es ſich handle, weßhalb er auch, nachdem er ihm zugenickt, ſich an ſeinen Sekre⸗ tär wandte und dieſen erſuchte, den Lakaien herauszu⸗ rufen, um die Dame in ſeinem Kabinete an ihren Wagen zu begleiten.

„Eine Dame, Excellenz,“ ſagte Herr von Roſenthal, „da muß ich mich diskreter Weiſe entfernen.“

„Unnöthig, mein Lieber, die Dame iſt Ihnen nicht unbekannt— Fräulein Melina, in geſchäftlichen Ange⸗ legenheiten.“

Sie rauſchte in dieſem Augenblick durch das Vor⸗ zimmer hinaus, die tiefe Verbeugung Roſenthal's mit einem kurzen Kopfnicken erwiedernd, dann folgte dieſer dem Oberſthofmeiſter in ſein Kabinet; hier blieb er einen Augenblick ſtehen, die Hände geſtützt auf den Fauteuil, welchen Fräulein Hortenſe ſoeben verlaſſen, während Baron Tönning that, als ordne er einige Papiere, die ſich vielleicht auf die geſchäftliche Angelegenheit von ſoeben bezogen, worüber aber der Andere ſich nicht enthalten konnte, nach einigen Sekunden in ein ſo herzliches Lachen auszubrechen, daß der Oberſthofmeiſter raſch herumfuhr und ihn mit einem beinahe verdrießlichen Ausdrucke an⸗

ſchaute.