ein altes, gutes und ſehr wahres Sprüchwort, und zeigte ſich im gegenwärtigen Augenblicke von durchſchlagend⸗ ſter Wirkung, denn die Thür des Gemaches wurde ohne Weiteres und ziemlich raſch geöffnet, und auf der Schwelle erſchien gerade jener Graf Stoltenhoff, der von allen Uebeln der ganzen Welt, denen der Oberſt⸗ hofmeiſter übermüthig Trotz geboten, gerade am unerwar⸗ tetſten und die unangenehmſte Wirkung hervorbringend hier erſchien.
„Herr Graf, ich muß recht ſehr bitten,“ rief der Oberſthofmeiſter, und machte eine ſehr heftige Bewegung nach der Thür, weniger aber um dieſe zu erreichen oder um dem jungen Manne, der mit einem eigenthümlichen Lächeln auf der Schwelle ſtand, entgegenzutreten, als um ſo raſch wie möglich aus der gefährlichen Nähe der jungen Sängerin zu kommen.
„Es iſt allerdings eine Unart, ſo unangemeldet und ohne Weiteres einzutreten,“ erwiederte Graf Stoltenhoff, nachdem ſein höhniſches Lächeln einem finſtern Ausdruck Platz gemacht,„aber es iſt zuweilen und gerade jetzt von ſehr gutem Erfolge— Weiteres habe ich für jetzt nicht hinzuzuſetzen, behalte es mir aber für die nächſte Stunde vor.“ Damit wandte er ſich um und war im nächſten Augenblicke verſchwunden.
Es war nicht zu leugnen, daß der Oberſthofmeiſter


