Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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künftig gegen mich zu begehende, kleine, allerliebſte Sünden.“

„Wer weiß, Excellenz, nachdem Sie erfahren, was ich gegen Sie gethan!“

„Reden Sie, mein liebenswürdiges Kind, Ihr Sklave iſt bereit, Sie zu hören; doch laſſen Sie mir dabei Ihr niedliches Händchen und machen Sie es mir ſo noch leichter, Ihnen für Ihre ſchwere Sünde Vergeltung zu gewähren.“ Er hatte das gewöhnliche Erſtaunen auf ſeinen Geſichtszügen glücklich dadurch überwunden, daß er ſeine Augen unter einem freundlichen Lächeln zu⸗ ſammenzog, eine Bewegung, der auch ſeine ſonſt ſo wi⸗ derſpenſtige Unterlippe zu folgen genöthigt war, wodurch ſeine Züge etwas vom Geſichtsausdruck jener Halbgötter annahmen, die in den uralten, glücklichen Zeiten ihr hei⸗ teres Spiel mit ſchönen Waldnymphen trieben,—„re — den— Sie!“

„Euer Excellenz kennen den heftigen, aufbrauſenden Charakter jenes Grafen Stoltenhoff,“ ſagte ſie mit abge⸗ wandtem Kopf und niedergeſchlagenen Augen, um es nicht mit anſehen zu müſſen, welch' Spiel der Oberſt⸗ hofmeiſter mit dem Bracelet an ihrem ſehr runden und ſehr weißen Arme trieb,„jene unangenehme, rückſichts⸗ loſe Heftigkeit, unter der ich ſo unſäglich gelitten, die mir ſo manche erregte, ſchwere Stunde verurſachte—