„Herrliches Wetter, Herr Baron, man fühlt ſich ordentlich glücklich, wenn Einem der liebe Sonnenſchein etwas Licht auf den Schreibtiſch ſendet. Es iſt im Winter oft gar zu trübſelig zwiſchen dieſen dicken Mauern.“
„Und haben immer vollauf zu thun, Herr Kanzlei⸗ rath?“
„Pah, das geht ſo ſo— ſtoßweiſe, Herr Baron, jetzt preſſirt es allerdings ein wenig; die Konzerte und vielen Hofbälle, dann Zuſammenſtellung der monatlichen Rechnungen.“
„Ja, dadurch bringt der Winter manche ſchwierigen Geſchäfte; es muß keine Kleinigkeit ſein, Herr Kanzlei⸗ rath, da allen Anforderungen gerecht zu werden und nirgends anzuſtoßen, beſonders was die Hofkonzerte an⸗ belangt, wo man mit den oft ſchwer zu behandelnden Herrſchaften vom Theater in Berührung kommt.“
„Wir nicht, Herr Baron, das iſt Sache der Hof⸗ theater⸗Intendanz.“
„Ah, ſo— doch verzeihen Sie, Herr Kanzleirath, ich will Sie nicht in Ihren Geſchäften ſtören; wenn Sie erlauben, ſchaue ich ein wenig in die Zeitungen.“ Das that nun Herr von Roſenthal auch, aber nicht um zu leſen, vielmehr richtete er ſeine ganze Aufmerkſamkeit auf die anſtoßende Thür, von der er nicht gar weit entfernt ſaß, hörte aber vorderhand nur, daß dort geſprochen


