Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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wurde, ohne jedoch ein Wort dieſes Geſpräches verſtehen zu können. Wichtig war es ihm dabei, daß er ſoeben erfahren hatte, daß die hübſche und elegante Soubrette des Hoftheaters, Mademoiſelle Hortenſe Melina, ſich kaum in Geſchäften bei Seiner Excellenz dem Herrn Oberſt⸗ hofmeiſter befinden konnte, da, wie er ſoeben erfahren, Honorare oder Geſchenke für die Hofkonzerte durch die Hand des Theater⸗Intendanten gingen.

Wenn nun in Folge davon ſeine Gedanken eine ganz entgegengeſetzte Richtung nahmen, da er bei ſich dachte: es iſt doch ein arger Heimlichthuer, dieſer gute Baron Tönning, ſo that er darin dem Oberſthofmeiſter gewaltig Unrecht an; denn dieſer war nicht minder erſtaunt ge⸗ weſen, als die elegante Dame, die ſich bei ihm in Ge⸗ ſchäftsangelegenheiten melden ließ, ihren kleinen, koketten Schleier ein wenig lüftete, ungefähr ſo, wie es auf der Redoute ein verführeriſcher Domino zu machen pflegt, und ihn dabei mit einem etwas traurigen, aber vielleicht gerade deßhalb um ſo reizenderen Lächeln anſchaute.

„A a a ah, Fräulein Melina, was ver⸗ ſchafft mir das unverhoffte Vergnügen?“

„O Excellenz, es wird Ihnen unſchwer zu errathen ſein, warum ich mir erlaubt habe, durch meinen Beſuch bei Ihnen einen Schritt zu thun, der mir recht ſauer angekommen iſt.“