Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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Tiens— wen haben wir da, das iſt keine der Da⸗ men des Hofes, auch keine aus der Geſellſchaft, ein viel⸗ verſprechender, elaſtiſcher, äußerſt koketter Gang!— Doch war es ihm unmöglich, das Geſicht der Dame zu ſehen, da ſie wenige Schritte vor ihm rechts um eine Ecke des Ganges bog und ſo den gleichen Weg nahm, den auch er zu gehen hatte.

Richtig, da ſah er die Dame wieder vor ſich und bemerkte, wie ſie aufmerkſam die verſchiedenen Thüröff⸗ nungen betrachtete und dann in die, welche in das Vor⸗ zimmer des Oberſthofmeiſters führte, einbog. Er brauchte ſeine Schritte nicht ſehr zu beſchleunigen, um jene Thür⸗ öffnung zu erreichen, nachdem die Dame innerhalb der⸗ ſelben verſchwunden war, aber dort noch auf dem Vor⸗ platze ſtand, nachdem ſie am Eingange der Kanzlei die Klingel gezogen.

Daß Herr von Roſenthal jetzt nicht dort eintrat, verſtand ſich von ſelbſt, ihm genügte es, vorläufig im raſchen Vorüberſchreiten einen Blick auf die Dame zu werfen, und obgleich ſie ſich raſch abwandte, gelang es ſeinem ſcharfen Blick doch, ſie zu erkennen.

„Ah, Mademoiſelle Hortenſe,“ ſprach er zu ſich ſel⸗ ber,„was machen wir hier?“

Er ging durch den Gang noch ein paar Schritte da⸗ hin, dann wandte er langſam um und trat dann in die⸗