Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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der Dienerſchaft oder andern Perſonen, die hieher kamen, ihn bemerkten, um ſo lieber ſchien es ihm zu ſein; ja er hatte es gerne ‚wenn ihn Alles ehrerbietig grüßte, was beſonders Fremde zu thun pflegten, welche den ſtattlichen Mann, der mit ſolcher Sicherheit dahinſchritt, für eine Größe erſten Ranges hielten und durchaus nicht erſtaunt geweſen wären, wenn ihnen ein Begleiter oder Führer geſagt hätte: dieß ſei Seine Königliche Hoheit der Kron⸗ prinz, oder gar Seine Majeſtät ſelbſt.

So gleichgültig er auch dahin zu wandeln pflegte, ſo entging doch nichts ſeinen ſcharfen Blicken, die er unter den dichten, gewölbten Brauen hinweg ruhelos bald nach rechts, bald nach links zu ſenden pflegte, und ſo war es auch heute möglich geweſen, daß er an einer Stelle, wo die beiden oben erwähnten Korridors durch einen ſchmalen Gang rechtwinklig mit einander verbunden waren, den Grafen Wieneck, als dieſer vielleicht dort raſch vorüber⸗ ſchritt, erkannt hatte.

Jetzt blieb Herr von Roſenthal einen Augenblick ſtehen, um nach einer Dame zu ſchauen, die in reicher, eleganter Toilette, faſt zu reich für einen Morgenanzug, erſchien; denn dieſelbe beſtand aus einem hellblauen Kleide von ſchwerer Seide, mit einem Ueberwurfe von korinth⸗ farbenem Sammt, der mit koſtbarem, dunklem Pelzwerke beſetzt war.