Beiden ſich nicht lieben— gewiß, er muß ſchon einmal da geweſen ſein.“
Dieſe Vermuthung war nun allerdings richtig, wie wir, in unſerer wahren Geſchichte eine Stunde zurück⸗ greifend im Intereſſe derſelben, dem geneigten Leſer nicht verſchweigen dürfen; doch hatte ſich Herr von Roſenthal nicht in der Stunde geirrt, als er um ſo viel früher kam, und ebenſowenig die Abſicht gehabt, mit dem Gra⸗ fen Wieneck zu plaudern, vielmehr ſuchte er den Oberſt⸗ hofmeiſter, der, wie wir bereits wiſſen, um dieſe Stunde mit ziemlicher Sicherheit im Schloſſe anzutreffen war.
Allerdings hatte derſelbe auch kurz vorher das Vor⸗ zimmer Seiner Majeſtät verlaſſen und ſich nach ſeiner kleinen Kanzlei zurückgezogen, wo er mit einem vertrau⸗ ten Sekretär kleine, dringende Dienſtangelegenheiten zu erledigen pflegte, und auch wohl kleine Audienzen er⸗ theilte.
Dahin folgte ihm Herr von Roſenthal, indem er langſam durch den breiten Korridor ſchlenderte, welcher an der vordern Seite der betreffenden Appartements und Geſellſchaftsſäle ebenſo, nur in geraderer Linie hinlief, wie der ſchmale, dunkle Pfad, den faſt zur ſelben Zeit Wieneck gewandelt war.
Herr von Roſenthal liebte es überhaupt, ſich im
cc
Schloſſe recht auffällig ſehen zu laſſen, und je mehr von


