Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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„Wieder einmal Ihre Märchen, lieber Roſenthal.“

„Durchaus nicht; die Perſon erſcheint Ihnen und durch eine gänzliche Verſenkung in ihre Mienen, in den Blick ihrer Augen ſind Sie recht gut im Stande, ſogar ein kleines Stück Zukunft vor ſich abſpiegeln zu ſehen; daher weiß ich auch ganz genau, daß es ſich in der heu⸗ tigen Unterredung zwiſchen König Philipp und Marquis Poſa um den Infanten handeln wird.“

„Das wäre auch ohne Ihren Bergkryſtall zu ver⸗ muthen.“

„Gewiß; aber nicht um die ganze Unterredung, die ich haben werde, im Voraus genau beſtimmen zu können, wie ich das jetzt zu thun im Stande bin.“

„Glücklich für Sie, ſo ein Bergkryſtall wäre aller⸗ dings zuweilen gut zu gebrauchen.“

„Er ſteht meinen Freunden zu Dienſten wie Alles, was ich habe; doch darf man nicht ungläubig ſein wie Sie— ſoll ich Ihren Unglauben brechen?“

„Womit?“

„Indem ich Ihnen ſage, daß ich, ehe ich von Hauſe fortging, auch an Sie mit großer Innigkeit dachte, und daß mir alsdann auch Ihr Bild, obgleich etwas ver⸗ ſchwommen, in meinem Bergkryſtalle erſchien.“

Wenn auch Graf Wieneck mit den oft ſo eigenthüm⸗ lichen PhantaſiFeſenthals genau genug bekannt war,