Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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war, daß er die Verſicherung gab, ein höchſt unglück⸗ licher Zufall habe ihn in dieſe mißliche Lage verſetzt, weßhalb er die Gräfin dringend bitten müſſe, ihm einige Worte allein zu vergönnen.

In den ſchönen, ſtolzen Zügen der jungen Dame war eine tiefe Bewegung unverkennbar. Sie athmete tief und ſchwer und warf dann einen ruhigen Blick auf ihre Umgebung, gerade ſo, als wolle ſie jetzt die feſt verſchloſſenen Lippen öffnen, um ihnen den Befehl zu geben, ſich zurückzuziehen; doch mochte ſie in dieſem Au⸗ genblicke etwas entdecken von dem eben erwähnten eigen⸗ thümlichen Lächeln des alten, verſchmitzten Hoflakaien— genug, ſie richtete ſich hoch auf und ſagte in entſchloſſe⸗ nem und ſehr beſtimmtem Tone:„Ich muß bitten, Herr Graf— vor— vor meinen Leuten.“

Welche Lage— woher in dieſem peinlichen Augen⸗ blicke raſch eine kleine, glaubwürdige Lüge finden! und doch blitzte ihm ein Gedanke auf, aber ſchwach und un⸗ haltbar wie der Strohhalm, an den ſich der Ertrinkende klammert,— das Vorgeben einer allerdings frivolen Wette, ungeſehen in das Innerſte der Zimmer einer jungen Dame zu dringen— und doch wie ſchwach, wie unglaublich mußte dieſe Ausrede erſcheinen!— nur die unbeſchreibliche Noth des Momentes ließ raſch dieſen Gedanken faſſen, und er öffnete ſchon die