Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Einzelbild herunterladen

48

wärts zu verſchwinden, denn er mußte befürchten, daß man ſeinen Spuren folgen würde, wenigſtens die ge⸗

heime Thür im Kleiderſchranke öffnen, die man vielleicht

früher nie entdeckt hatte, und wenn er nicht im Stande war, ungeſehen das anſtoßende Appartement zu verlaſ⸗ ſen, ſo hatte er den Ruf einer Dame kompromittirt, die er einſtens geliebt, die er heute noch auf's Höchſte ver⸗ ehrte und ſchätzte.

Angſtvoll lauſchte er an der Thür und vernahm jetzt die Frage des Kammermädchens, ob ſie auf die Palaſt⸗ wache ſchicken und Leute heraufkommen laſſen ſolle?

„Nein, ich will das nicht,“ vernahm er jetzt die tiefe, ruhige Stimme der Gräfin Ferrner,„laß den La⸗ kaien draußen herein kommen und die beiden Mädchen —— gib mir meinen braunen Mantel— ſo, und nun öffne.“

„O Gott, o Gott, das gibt gewiß ein Unglück!“

Langſam drehte ſich der Schlüſſel im Schloß, und als das Kammermädchen hierauf langſam die Thüre öff⸗ nete, gebrauchte ſie die Vorſicht, ſich hinter derſelben zu verbergen.

Nicht ſo die junge Gräfin Ferrner. Sie ſtand da in einem braunen, weiten Mantel, deſſen eines Ende ſie über die linke Schulter geworfen hatte, während ſie in der herabhängenden rechten Hand einen kleinen, zier⸗