nun raſch die Hand über ſein Haupt erhob, fand er dort eine ſehr niedrige Decke, ſowie weiter umherfühlend unter⸗ halb derſelben feine Haken mit Querhölzern, an welchen die vorhin erwähnten Gewänder aufgehängt waren, und jetzt konnte er nicht mehr daran zweifeln, daß er ſich aber⸗ mals in einem Kleiderſchranke befand.
Erfreulich war ihm dieſe Entdeckung durchaus nicht, und es wäre ihm erwünſchter geweſen, wenn er in jeden andern Raum des Schloſſes gerathen wäre, ſelbſt in einen Holzſtall, in einen Kohlenkeller oder dergleichen, oder wenn dieſes Kleidermagazin noch ein ſolches geweſen wäre, in dem man jahrelang alte, unbrauchbare Gewänder auf⸗ hebt, was aber hier durchaus nicht der Fall war, wie ihm jener eigenthümlich angenehme Duft und Veilchen⸗ geruch ſogleich verrathen hatte.
Er befand ſich alſo in der Garderobe einer Dame, gewiß einer jungen Dame, welche in dieſem Theil des Schloſſes wohnte. Wer konnte das ſein? Ein leichtes Gruſeln überlief ihn bei dem Gedanken, daß die Appar⸗ tements Ihrer Majeſtät auf irgend einer Seite an die der Frau Oberſthofmeiſterin ſtießen— doch nein, nein; glücklicher Weiſe erinnerte er ſich daran, daß Ihre Ma⸗ jeſtät den Geruch von Veilchen nicht leiden konnte,— wer aber war eine Liebhaberin von Veilchenduft?—— Ah, das wäre am Ende noch ſchlimmer, die Gräfin


