Jemand“ in anſtändiger Beziehung durchaus nicht in Be⸗ tracht kommen könne.
„Der König nimmt die Sache allerdings ziemlich leicht und meint, man kann in ſeiner Jugend Alleeriel geliebt haben, und doch ein vortrefflicher Familienvater werden, was bei Seiner Majeſtät allerdings eingetroffen iſt; aber das war von jeher eine praktiſche, energiſche Natur, die, wenn ſie es auch nicht verſchmähte, nach rechts und nach links tändelnd, Blumen zu pflücken, doch dabei ihr Ziel feſt vor Augen behielt, wogegen der Prinz ein Phantaſt iſt, ein Schwärmer, ein haltloſer junger Menſch, von dem es mich gar nicht wundern würde, wenn er eines Tages ſeinem königlichen Vater ſagte: er habe ein Herz gefunden, das ihn verſtehe, und dieſes Herz mit dazu gehörender Umhüllung wolle er heirathen — nebenbei traue ich auch dieſem Roſenthal nicht über den Weg; der verfolgt unter ſeiner Narrenjacke einen wohlüberlegten Plan, welchen? weiß ich allerdings nicht, aber ich halte ihn für fähig, ſich eine Million für Kup⸗
pelei bezahlen zu laſſen— dieſer Roſenthal, Leo, gehört
auch zu Ihren genauen Bekannten,“ ſchloß ſie in einem Tone des Vorwurfs.
„Was nennen Sie genaue Bekannte? Ich bin mit Roſenthal nicht intimer als viele andere, weit höher ge⸗ ſtellte Perſonen. Lacht doch auch die Königin über ſeine


