— 29—
ich in der letzten Woche faſt bis zum Ueberdruß hören mußte.“
„Ah— ah— ich weiß.“
„Wer wüßte das nicht?— und doch wiſſen wir gar nichts. Allerdings hat Herr von Roſenthal neulich auf dem Balle jene Aeußerung in Betreff des Kronprinzen gethan; aber was gibt man auf die Reden Roſenthal's? ich nicht das Gewicht einer Feder, und auch die Köni⸗ gin, welche jene Aeußerung ſogleich erfuhr, würde ſie, wie alle Geſchichten Roſenthal's, bei Seite gelegt haben, wenn nicht Ihr Vater, mein lieber Leo, in einer ver⸗ traulichen Unterredung der Königin geſagt, er glaube be⸗ ſtimmt verſichern zu können, Roſenthal habe dieſes Mal die Wahrheit geſprochen— woher kann Ihr Vater das wiſſen— was weiß er von dieſer Geſchichte— und wenn er überhaupt etwas weiß, warum hüllt er ſich ſo⸗ gar der Königin gegenüber in ein ſo myſteriöſes Still⸗ ſchweigen?“
Graf Wieneck konnte ſich nicht enthalten, bei dieſen Worten vor ſich hin zu lächeln. Er verſtand es ganz genau, weßhalb ſein Vater Roſenthal's Aeußerung für wahr halten mußte, ohne etwas Näheres darüber zu wiſ⸗ ſen, und weßhalb es für den Staatsminiſter unmöglich war, weitere Mittheilungen zu machen. Befand er ſich doch genau in derſelben Lage. Auch er war überzeugt,


