weiß, wie ſchwer es für Sie iſt, ſich um dieſe Zeit von Ihrem Dienſte los zu machen.“
„Daß ich aber trotz alledem dieſe glückliche Gelegen⸗ heit, Sie zu ſehen, theure Gräfin, bereitwillig ergriff, bedarf kaum der Erwähnung.“ Er hatte bei dieſen Worten ihre Hand ergriffen und führte ſie bedächtig an ſeine Lippen, behielt ſie auch dann in der ſeinigen, ohne daß ſie Miene gemacht hätte, die ihrige zurückzuziehen; dieß geſchah aber nicht ſtürmiſch oder leidenſchaftlich, ſon⸗ dern mit der angenehmen Ruhe, welche das Gefühl eines vollkommenen Einverſtändniſſes, einer innigen Freund⸗ ſchaft einzuflößen pflegt, und als die ſchöne Gräfin Wil⸗
denow ein paar Augenblicke darauf ihre Hand langſam
zurückzog, während ſie wieder zu ſprechen anfing, machte er durchaus keine Miene, dieſelbe feſtzuhalten, lehnte ſich vielmehr in ſeinen Fauteuil zurück, um ihr aufmerkſam zu⸗ zuhören.
„So angenehm es mir überhaupt iſt, Sie bei mir zu ſehen, lieber Wieneck,“ ſagte ſie,„ſo können Sie ſich doch wohl denken, daß mich heute eine ganz beſondere Urſache antrieb, Sie zu mir zu bitten. Ich war geſtern Abend noch ſpät bei der Königin, wir befanden
uns dort ganz en petit comité, und nachdem man ſich entfernt, behielt mich Ihre Majeſtät noch bei ſich, um wieder von derſelben Geſchichte anzufangen, die


