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Vermuthungen des Oberſthofmeiſters gerade jetzt nicht zu entſchieden zu widerſprechen, beging er doch darin keine Indiskretion gegen die junge Dame, die er wohl kannte und die er, wie Alle am Hofe, aufrichtig ſchätzte und ver⸗ ehrte, ja er konnte ſich eines leiſen Lächelns nicht ent⸗ halten, wenn er an die Bemerkung des Oberſthofmeiſters dachte: Gräfin Ferrner habe ihn zuweilen theilnehmend angeſchaut, doch lächelte er dabei nicht aus geſchmeichelter Eitelkeit, vielmehr über die unfehlbaren Augen der alten Excellenz; denn die Gräfin Ferrner war eben ſo ſehr wegen ihrer Schönheit und wegen der vortrefflichen Eigen⸗ ſchaften ihres Geiſtes und ihres Herzens verehrt, als auch bekannt wegen ihrer ſchroffen Haltung in gewiſſer Be⸗ ziehung und wegen ihrer Kälte gegenüber allen Bewerbungen.
„Ich achte Ihr Stillſchweigen, lieber Wieneck,“ ſagte der Oberſthofmeiſter nach einer ziemlichen Pauſe, und ſetzte alsdann mit einem leiſen Seufzer hinzu, indem er auf die Uhr blickte, welche ſich über der Thür befand, die in das innere Appartement Seiner Majeſtät führte, „danke Ihnen auch für Ihre angenehme Unterhaltung, die es mir möglich macht, mit leichteren Gefühlen zum Rapport zu gehen— vergeſſen Sie aber nicht, daß ich vielleicht der Erſte war, der Ihnen ein wahres Wort der Anerkennung über Ihre würdige Neigung ſagte— hof⸗ fentlich ſpäter meine Graͤtulation.“


