nichts von alledem. Er hielt es für eine Pflicht, ſeinem Geſichte einen ernſten, geſchäftsmäßigen Ausdruck zu geben, als er an ihre Seite trat.
„Verzeihen Sie mir eine Bemerkung,“ ſagte ſie, ohne ihre Blicke von dem Gemälde abzuwenden,„ſeit unſerer letzten Sitzung ſcheinen Sie ſich nicht mehr beſonders mit dem Bilde beſchäftigt zu haben.“
Darüber hätte er lächeln mögen, begnügte ſich aber, leicht die Achſeln zu zucken und dann in einem faſt rauhen Tone zu ſagen:„Es iſt doch nicht das einzige Bild, das ich auf meinen Staffeleien habe, ein paar andere, dringende Aufträge nahmen meine Zeit ſehr in Anſpruch.“
„Ah, ich kann mir das denken,“ erwiederte ſie, wo⸗ bei die heitere Fröhlichkeit, die bis jetzt auf ihren ſchönen Zügen geleuchtet, mit einem Male einem tiefen Ernſte wich,„entſchuldigen Sie meine Bemerkung, ich beſchäf⸗ tigte mich in meinen Gedanken ſo häufig mit Ihrem ſchönen Werke, daß ich kindiſch genug war, zu denken, auch Sie hätten nichts Anderes zu thun, als ſich damit zu beſchäftigen— verzeihen Sie, ich hätte mir wohl denken können, daß Sie wichtigere und bedeutendere Arbeiten unter der Hand haben.“
„Ich will gerade nicht ſagen wichtigere oder bedeu⸗ tendere,“ entgegnete er in milderem Tone,„und gewiß keine, mit denen ich mich als Künſtler mit mehr Intereſſe


