Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
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ſo ſeltſam, ja barock erſcheinen, ſie wußte ſie immer ge⸗ ſchmackvoll und anziehend durchzuführen.

Eine Spezialität wie jede andere, mein lieber Freund, meinte nachdenklich Herr von Roſenthal,und in unſerer heutigen raſch lebenden, wild bewegten und ſo unendlich viel produzirenden Zeit muß man ſich in jeder Kunſt und Wiſſenſchaft auf eine beſtimmte Spezialität werfen, wie ich Ihnen ſchon öfter geſagt. Wäre ich ein Maler geworden, ſo hätte ich mir irgend Etwas aus⸗ ſchließlich zu meiner Domäne gemacht, und etwas ganz Neues und Abſonderliches.

Zum Beiſpiel?

Als Maler Ihrer Richtung Büſten und Köpfe ſchö⸗ ner Weiber, alle Leidenſchaften ausdrückend. Ich ſah etwas Aehnliches bei einem Bildhauer in Rom, der ſich einen Namen gemacht durch ſeine in Verzückung halb ſchlummernden Mädchenköpfe. Für mich aber wüßte ich etwas Anderes, das Ihnen allerdings komiſch erſcheinen wird: das Leben der Fröſche nämlich, dieſer herrlichen, poſſierlichen Geſellen, deren humoriſtiſches Treiben noch nie genug gewürdigt wurde.

Arthur zeichnete lächelnd an ſeinem Kopfe, während Herr von Roſenthal ſo unbefangen und ſcheinbar harm⸗ los plauderte; doch klangen nur ſeine Worte in gleich⸗ gültigem Tone, indeß ſeine Blicke mit großem Intereſſe