zugeben, da die ganze Wirkung auf dem Kontraſt der Farben beruht. Durch ein offenes gewölbtes Fenſter blickt man in eine vom Mond beſchienene helle Land⸗ ſchaft hinaus, und zwar auf dinen ſtillen Teich, auf dem ein Nachen mit eingeſteckten Rudern herrenlos treibt. In dem Fenſter ſteht der Blumenſtrauß, von dem das Bild ſeinen Namen hat, und da er ſich ſcharf und ohne Licht auf dem glänzend beleuchteten Himmel abzeichnet, ſo erſcheinen ſeine Blätter und Blüten, ſeine Blumen⸗ kelche und Ranken in dem ſchwärzeſten Schatten— ein wirkliches Trauerbouquet, deſſen Eindruck, noch dadurch verſchärft wird, daß der Kopf eines großen Hundes draußen am Fenſter erſcheint, der heulend und wie Hülfe ſuchend in das Zimmer hineinblickt. Glücklicher Weiſe wurde dieß Bild, ehe es noch ganz fertig war, von einem Kenner geſehen und augenblicklich, beſonders wegen des unvergleichlichen Ausdrucks in dem Kopfe des Hundes, dann auch wegen der bizarren Idee des Ganzen, um einen hohen Preis angekauft. Angelika war gerettet und ſchoß mit ihrer Piſtole lachend zum Fenſter hinaus. Von da an entwickelte ſich raſch ihr eminentes Talent für die Thiermalerei, und neben der unvergleichlichen Treue und Wahrheit in ihren Thiergeſtalten verſtand ſie es, jedem ihrer Bilder irgend eine anziehende oder feſſelnde Idee unterzulegen, und mochten dieſe Ideen zuweilen auch noch
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