Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
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„Man iſt eben, wie man iſt, Excellenz, doch darf ich Sie verſichern, daß ich zuweilen etwas vom zweiten Ge⸗ ſicht des Schottländers habe— allerdings nicht ererbt, aber erlernt. Es iſt das eine Wiſſenſchaft, zu der man in Indien mit leichter Mühe gelangt, hat aber auch ſeine unangenehmen Seiten. Die Gabe nämlich, Dinge zu erfahren, die entfernt von uns geſchehen ſind, und kann

ich Sie in dem ſpeziellen Falle verſichern, daß Seine

Majeſtät der König allerdings die von mir vorhin wieder⸗ holten Aeußerungen gethan.“

„Aber nicht, während er mit Ihnen eine Cigarre rauchte, Roſenthal!“.

„Nein, Excellenz,“ entgegnete dieſer mit einer ver⸗ bindlichen Verbeugung gegen den Miniſter Wieneck.

Die Diener hatten inzwiſchen die Deſſertsaufſätze ent⸗ fernt, das Tiſchtuch mit einem Anfluge von engliſcher Manier von allem Service geräumt, und einzelne Fla⸗ ſchen ſchweren Weines, ein herrlicher Marſala und ein paar ganz ausgezeichnete Bordeaux, hatten faſt bei Allen den ſchäumenden Champagner verdrängt, mit Ausnahme des Herrn von Roſenthal, welcher immer aus ſeinem großen Waſſerglaſe ruhig forttrank, und zwar in mächti⸗ gen Zügen, die aber weder auf ſeine Laune, noch auf ſeine Zunge, noch auf die Bläſſe ſeiner Wangen die ge⸗ ringſte Veränderung auszuüben ſchienen. Er hatte ſchon