Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
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„Nun, dieſer Schluß krönt den Meiſter,“ rief der Hausherr mit einem herzlichen Lachen, in welches faſt alle Andern einſtimmten, denn Alle wußten, daß dem Könige nichts ſo verhaßt war, als der Rauch einer Cigarre.

Auch Roſenthal lachte mit, und ſagte alsdann:„Wenn Du mir jetzt etwas ſerviren laſſen willſt, ſo ſei es eine Deiner vortrefflichen Cigarren, nach denen ich ſchon lange ſchmachte.“

„So haſt Du in der That ſchon dinirt?“

„Ja und nein. Ich habe mir überhaupt das Eſſen ab⸗ gewöhnt, das heißt, einer meiner indiſchen Freunde, ein hoch⸗ berühmter Brahmine, hat mir eine Eſſenz geſandt, deren bloßer Duft alle unſere Mahlzeiten erſetzt, man wird da⸗ durch hinlänglich ernährt und geiſtig veredelt, ich werde es einmal ein Jahr lang verſuchen, und bin nebenbei über⸗ zeugt, dadurch hochberühmt zu werden, denn alle Welt wird von Roſenthal reden, der ſich ernährt, ohne zu eſſen, und der ſich dadurch zu einer unglaublichen Stufe geiſtiger Ver⸗ edlung erhebt— wer von meiner Eſſenz wünſcht, braucht es mir nur zu ſagen; Einige von euch können ſie brauchen.“

Seine Augen blieben bei dieſen letzten Worten auf dem Geſichte des Oberſthofmeiſters haften, der etwas nachdenklich in die leuchtende Flüſſigkeit ſeines goldfarbenen Marſala blickte, und der nach einer Pauſe ſagte:„Sie ſind ein großer Schelm, Herr von Roſenthal.“