binde, das kann nichts Unbedeutendes ſein; der Oberſt⸗ hofmeiſter iſt wohl ſo freundlich, uns Details über die Bewohner des öſtlichen Flügels zu geben.“
„Dort beginnen allerdings die Appartements Ihrer Majeſtäten,“ erwiederte der Gefragte mit großer Wichtig⸗ keit,„doch iſt man auch von da mit zwei Schritten in dem Pavillon, den die Oberſthofmeiſterin der Königin bewohnt.“
„Ah, an dieſem Pavillon ſah ich Roſenthal heute Nachmittag, obgleich es ſcharf regnete, im Schritt und ſehr gedankenvoll vorüberreiten,“ bemerkte Baron Brenner.
„Möglich das,“ antwortete Herr von Roſenthal in gleichgültigem Tone,„doch kann ich euch verſichern, daß ich durchaus keine Urſache habe, mir wegen der Oberſt⸗ hofmeiſterin der Königin, ſo ſchön und intereſſant die Gräfin Wildenow, dieſe prächtige Wittwe, auch iſt, einen Schnupfen zu holen— ich nicht.“
Das„ich“ hatte er ſehr ſcharf betont und, während er hierauf aus ſeinem Glaſe trank, einen feinen, ſcharfen Blick nach Graf Leo hinübergeſandt, den aber Niemand anders als dieſer bemerkte.
„Ferner wohnt im öſtlichen Flügel die Staatsdame Gräfin von Pommerhauſen.“
„Uff“— machte Herr von Roſenthal.
„Und zwei Ehrenfräulein.“


