etwas wie Verlegenheit, ſo daß der Oberſthofmeiſter ihn lächelnd betrachtete und eine Kunſtpauſe machte, ehe er fortfuhr:„Ja ſehen Sie, mein Lieber, wenn man ſo ver⸗ ſchloſſen gegen ſeine Freunde iſt, da darf man auf keine Schonung rechnen— ich war alſo im öſtlichen Flügel des Schloſſes, und ſah dort Jemand durch den Korridor ſchleichen, der unſerem guten Roſenthal ganz frappant ähnlich ſah.“ 3
„Ah, Excellenz— eine Indiskretion!“
„Bravo, Roſenthal,“ rief der Hausherr,„Du haſt Dich verrathen und zugeſtanden, daß Du heute Abend im öſtlichen Flügel des Schloſſes geweſen biſt.“
„Im ſchwarzen Frack!“
„Und in der weißen Halsbinde!“
Der, über welchen dieſe Neckereien ergingen, trank mit großer Ruhe ſein großes Glas voll Champagner leer, und meinte achſelzuckend:„Es iſt wahrhaftig etwas Rühm⸗ liches für ſolch' einen bedeutenden Kreis, aus Kleinig⸗ keiten Zuſammenſtellungen zu machen, die doch zu keinem Reſultate führen werden. Setzen wir wirklich den Fall, ich ſei in der That heute Abend im öſtlichen Schloßflügel beſchäftigt geweſen.“.
„Und zwar ſo beſchäftigt,“ ſagte der Maler,„daß Herr von Roſenthal darüber ein feines Diner vergaß.“ „Beſchäftigt im ſchwarzen Frack und weißer Hals⸗


