„Nur die Wahrheit— nichts als die ſtrengſte Wahr⸗ heit— der Fürſt Walderſtein hat bekanntlich die ſchönſten und weitläufigſten Jagdbezirke des Landes, und entwickelt auf ſeinen Schlöſſern eine königliche Gaſtfreundſchaft für ſeine Eingeladenen.“
„Bekannt— bekannt,“ warf Baron Brenner ein.
„Jeder fühlt ſich da wie zu Hauſe und iſt ſo un⸗ genirt, wie bei ſich ſelber, ſeine Köche ſind die beſten, die man ſich denken kann, ſeine Equipagen, Reitpferde, der Train ſeiner Förſter und Jäger, alles das über jede Beſchreibung erhaben, und ein Wildſtand, daß er nur zu beſtimmen braucht, von welcher Stärke dieſer oder jener Gaſt einen Hirſch erlegen ſoll, wenn der Gaſt überhaupt ſchießen kann. Jeder dieſer Eingeladenen aber wird am erſten Morgen von einem vertrauten Jäger auf die Früh⸗ pirſch geleitet, und Jeder ſieht dann nach einiger Zeit einen kapitalen Hirſch halb verſteckt, ſchußgerecht vor ſich im Gebüſche ſtehen.— Es iſt mir gerade ſo gegangen, wie allen Uebrigen,“ unterbrach der Major mit einem ge⸗ fälligen Lächeln den Ton, in welchem er erzählte, um gleich darauf fortzufahren:„mir klopfte das Herz, als ich mich ſo vorſichtig wie möglich heranpirſchte, als ich langſam die Büchſe erhob, und nach einem ſcharfen Zielen krachen ließ— und zwar auf den vorhin erwähnten be⸗ rühmten Hirſch des Fürſten.“


