278 Neunundzwanzigſtes Kapitel.
Ahnte ſie, was ſich dort begab, oder ahnte es ihre ſtolze, hochmüthige Mutter, oder ſall die vornehmen Herr⸗ ſchaften?— Die letzteren gewiß nicht, denn das plauderte ſo unbefangen und vergnügt durch einander dort auf der Terraſſe, wo ſie beiſammen ſtanden und wo jeder neu Ankommende mit einem vergnügten Worte, mit einem heiteren Scherze empfangen wurde.
Ah, wie ſie ſo glücklich waren, dieſe vornehmen Leute!
Da mit Einem Male fuhr Welden gewaltſam empor aus ſeinem Verſteck, er hielt ſich nicht mehr zurück, denn da droben mußte ſich etwas Außergewöhnliches begeben haben: Lucy hatte ſich von der Hand ihrer Mutter los⸗ geriſſen und war, einen Schrei ansſtoßend, in das Haus zurückgeeilt, während Frau von Rivola furchtbar erbleicht ſtehen blieb und die Unruhe ihrer Gäſte zu beſchwichtigen ſchien.
In wenigen raſchen Sätzen hatte der junge Ingenieur,
Terraſſe und Haus umkreiſend, die andere Eingangsthür
erreicht und war dort eingedrungen, ohne ſich lange zu beſinnen, ſtand aber hier athemlos, als er den Polizeirath Merkel ſah, der ihm mit verſtörter Miene entgegen trat und ihm zurief:„Einen Arzt, einen Arzt! Wo finde ich Kutſcher und Reitknecht, daß man nach der Stadt eilt, um einen Arzt zu holen? O, das iſt ſchrecklich, das iſt
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