Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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Neunundzwanzigſtes Kapitel. 279

jammervoll! Dort, dort gehen Sie in's Schreib⸗ zimmer und warten Sie, bis ich zurückkomme!

Welden durchſchauerte es, denn es mußte etwas Furcht⸗ bares ſein, was den ſonſt ſo ruhigen Mann alſo ver⸗ wandelt. Die Thür des Bibliothekzimmers ſtand offen, er konnte durch dieſes hindurch in das Schreibzimmer blicken: da ſah er Herrn von Rivola auf ſeinem Stuhle ſitzen, ſein Kopf war tief auf die Bruſt herabgeſunken, ſeine Hände hingen ſchlaff neben den Lehnen ſeines Seſſels, vor ihm kniete Lucy, ihre Hände ringend, an der Thür ſtand Frau von Rivola ſchreckensbleich, doch beſonnen genug, um den Schlüſſel im Schloſſe umzu⸗ drehen.

3 Raſch hatte ſich jetzt Welden genähert, und ein leichter Ruf des Schreckens, der von ſeinen Lippen drang, ließ das junge Mädchen aufſchauen; er reichte ihr ſeine beiden Hände, um ſie aufzurichten, und mußte es geſchehen laſſen, daß ſie laut auſſchluchzend an ſeine Bruſt ſank, wobei ſie ausrief:Ein Freund, ein wirklicher Freund bei all dem Jammer!

Ein namenloſes Unglück gerade jetzt! rief Frau von Rivola und ſetzte alsdann, näher tretend, mit leiſer, unſicherer Stimme hinzu:Verſtehen Sie etwas von all dem, Herr Welden? Sie waren hier vor einer halben