Neunundzwanzigſtes Kapitel. 273
und arbeitsvoller Jahre— dieſer Schatz, Herr Polizei⸗ rath, könnte noch ungleich größer ſein, wenn ich nicht große Summen für das allgemeine Wohl geopfert hätte durch meine Betheiligung an gemeinnützigen Anſtalten, die leider zum kleinſten Theile für mich nutzbringend ge⸗ weſen ſind.“
„Wer weiß das nicht, Herr Baron! Sie haben große Summen geopfert auf eine edle, uneigennützige Art; es wird das gewiß nie vergeſſen werden.“
„Ich hoffe ſo, wenn anch nicht für mich— ich bin ein alter Mann— ſo doch vielleicht für meine Frau und meine einzige Tochter. O, meine arme Lucy!“ rief der alte Mann plötzlich in einem ſo ſchneidenden Tone, daß der Polizeirath ihm mit warmer Empfindung die Hand auf den Arm legte und mit einem leichten Drucke ſagte:
„Vergeſſen Sie nicht, Herr von Rivola, daß Sie mächtige Freunde haben, und daß auch ich, der hier vor Ihnen ſitzt, ein aufrichtiger Bewunderer bin ebenſowohl Ihrer großen Kenntniſſe als Ihrer ſonſtigen ausgezeich⸗ neten Eigenſchaften. O, Herr von Rivola, man ſpricht uns Polizeileuten gern das tiefe Gefühl ab, und doch kann ich Ihnen den Jammer nicht beſchreiben, der mich.
befällt, wenn ich bedenke, was aus Ihnen geworden wäre, Hackländer, Das Geheimniß der Stadt. III. 18


