272 Neunundzwanzigſtes Kapitel.
„Sie ſehen daraus, Herr Polizeirath, was für ein vortrefflicher Haushälter ich bin— nehmen Sie Alles, wenn ich bitten darf.“
„Nachdem Sie mir vielleicht eine Zählung geſtattet und ich hierauf ein kleines Protokoll aufgenommen über den allerdings erſtaunlichen Inhalt dieſer Mappe.“
„Wozu dieſe Förmlichkeiten? Herr Polizeirath, Sie dürfen mir glauben, daß meine Zeit unendlich koſtbar iſt — machen wir die Sache für den Augenblick einfacher: hier iſt Bindfaden, Siegellack und Petſchaft, verſchließen Sie die Mappe damit, und wenn Sie dieſelbe ſpäter er⸗
öffnen, ſo können Sie ja, wenn Sie wollen, das unver⸗
letzte Siegel vorher conſtatiren laſſen.“ „Wenn es Ihnen ſo lieber iſt....“
„Ich bitte darum— nehmen Sie Platz.“
„Nur für einen Augenblick, wenn Sie erlauben— ich will Ihre koſtbare Zeit nicht unnöthig in Anſpruch nehmen,“ ſagte Herr Merkel, indem er raſch einen Stuhl an den Schreibtiſch ſchob, ſich vor die Banknoten ſetzte, um dieſelben, ehe er ſie wieder in die Mappe verſchloß,
noch einmal mit aufrichtiger Bewunderung zu betrachten. „Welche Arbeit,“ rief er dann—„welche erſtaunliche Arbeit!“
„Was wollen Sie— das Ergebniß langer, mühe⸗


