Neunundzwanzigſtes Kapitel. 269
erſchien— geh' zu deiner Mutter und laß mich jetzt allein, um— mich zu ſammeln— ich bitte dich herz⸗ lich, Lucy, verlaſſe mich!“
Und als ſie ging, gehorſam ſeinem Befehle, als ſie ſchon an der Thür war, um das Zimmer zu verlaſſen, da rief er:„Lucy!“ mit einem Tone, der tief in ihre Seele ſchnitt, da eilte er auf ſie zu, ſchloß ſie nochmals heftig in ſeine Arme, küßte ihre Stirn, ihre Lippen, ihre Augen, ihr Haar, und ſagte dann, während ein Thränen⸗ ſtrom ihn faſt erſtickte:„Und nun, mein geliebtes Kind, mag kommen, was will— können wir doch nicht ver⸗ langen, daß unſer Lebenspfad immer glatt und eben iſt, daß die Sonne beſtändig von einem wolkenloſen Himmel auf uns herablächelt— aber was auch geſchieht, was auch kommen mag, denke, Lucy,— denke, Lucy, daß es von jeher mein innigſtes Beſtreben war, dein Glück, nur dein Glück zu begründen! Denke oft an dieſe Stunde, und ſei verſichert, daß dein armer Vater nicht anders handeln konnte, als er handelte! Halte mich deßhalb ſo lieb in deinem Gedächtniß, wie ich dich liebe— und nun lebe wohl, Lucy!“
Darauf drängte er ſie ſanft zur Thür hinaus, und als ſie hörte, daß er den Schlüſſel im Schloſſe zweimal umdrehte, war es ihr gerade, als müſſe ſie wieder ge⸗


