Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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Neunundzwanzigſtes Kapitel. 265

Mädchen— ſprich mit deutlichen, klaren Worten— oder ſoll ich dir vielleicht ſagen, was mir jene beiden Thränen⸗ tropfen erzählen, welche da unter deinen Wimpern hervor⸗ quellen?“

„O, laß ſie dir erzählen,“ rief ſie ſchmerzlich bewegt aus, wobei ſie ſich in ſeine Arme warf—„laß dir von ihnen die volle Wahrheit erzählen, ich will ja nichts ver⸗ heimlichen!“

„Lucy, du liebſt!“

„Ich weiß es nicht.“

„Dir iſt jemand Anders theurer, als dein Vetter Hartenſtein?“

„O, Viele ſind mir theurer, als er— du und meine gute Mutter und Eliſe....“

„Und wer noch mehr?“

„Und— Herr Welden.“

Herr von Rivola löste ſanft die ihn umſchlingenden Arme ſeines Kindes, ſah darauf Lucy in das tief er⸗ röthende Geſicht, wobei er langſam ihre Worte wieder⸗ holte:„Und Herr Welden.“

„Ich hätte dir das nicht geſagt, mein guter Vater, wenn ich es nicht am heutigen Tage für meine Pflicht halten würde, und ich habe es dir gerade am heutigen Tage geſagt, um wahr vor dir zu erſcheinen und um