Zwanzigſtes Kapitel. 17
„So, ich bin fertig— wenn es Ihnen gefällig iſt, gehen wir.“
„Und wohin denn, Herr Welden, wenn ich fragen darf?“ verſetzte der Offizier in rauhem Tone.„Beliebt es Ihnen, eine Komödie mit mir zu ſpielen?“
„Ich verſtehe Sie nicht, Herr Lieutenant!“
„Sie wollen mich nicht verſtehen— o, ich begreife das!“
„Sie kamen doch, um mich abzuholen?“
„Nicht ſo ganz— ich kam, um Ihnen eine Nachricht zu bringen, die mir ſo überraſchend war, daß ich nicht anders gläubte, als ſie müſſe auch auf Sie die gleiche Wirkung ausüben— jetzt aber verſtehe ich, warum dies nicht der Fall iſt.“
Welden war bei der letzten Rede des Offiziers einen Schritt zurückgetreten, und als er jetzt in deſſen Haltung, in ſeiner Art, zu ſprechen, in ſeinen Blicken nicht nur et⸗ was Gehäſſiges, ſondern ſogar etwas Verächtliches fand, ſchaute er ihn mit einem feſten Blicke an und ſagte in einem entſchiedenen Tone:„Auf mein Wort, ich verſtehe Sie nicht— ſind Sie vielleicht plötzlich aus meinem Zeu⸗ gen derjenige meines Gegners geworden? Bei Gott, Herr Lieutenant, wenn dem ſo wäre, Sie könnten nicht anders gegen mich auftreten!“
Hackländer, Das Geheimniß der Siadt. III. 2


