16 Zwanzigſtes Kapitel.
daß ihn Welden verwundert und betroffen anſchaute.„Ich begreife alles das ſo genau, daß Sie es ebenfalls be⸗ greiflich finden werden, wenn ich mir nicht die Mühe nehme, Ihnen zu ſagen, warum ich eigentlich hergekom⸗ men.“
„Allerdings, denn ich kenne ja Ihre freundliche Ab⸗ ſicht, mich zu begleiten; doch muß ich ehrlich ſagen, Herr von Miltau, ich verſtehe nicht den ſonderbaren Ton, die ſonderbare Miene, mit der Sie zu mir reden. Verzeihen Sie mir indeſſen,“ fuhr er nach einem kurzen Augenblicke in ſchmerzlichem Tone fort, wobei er beide Hände an ſeine Schläfe drückte,„ich befinde mich in einem Zuſtande, daß es auch möglich iſt, ich hätte das anders aufgenommen, als Sie es mir ſagen wollten— nicht wahr, es iſt ſo? Geſtatten Sie mir einen Moment, um meinen Hut zu nehmen, und ich ſtehe dann ganz zu Ihrer Verfügung.“
Ohne hierauf eine Antwort abzuwarten, ging er in's Nebenzimmer zurück und war glücklich, die arme Frau nicht mehr dort zu finden— ſie hatte durch die Thür dieſes Zimmers daſſelbe verlaſſen.
Als Welden zurückkehrte, Paletot und Hut in der Hand, ſah er den Lieutenant Miltau noch immer auf der⸗ ſelben Stelle ſtehen, mit übereinander geſchlagenen Armen, ihn mit dem nämlichen ſonderbaren Lächeln betrachtend.


