Zwanzigſtes Kapitel. 15
Es war Lieutenant Miltau, der unter der Thür des Wohnzimmers ſtand und ihn jetzt mit einem zweifelhaften Lächeln anſtarrte.
„Aber, Herr von Miltau!“ brauste der junge In⸗ genieur auf.
„Aber, mein verehrter Herr,“ entgegnete der Andere in einem etwas ſpitzigen Tone, jedoch mit großer Ruhe, wo⸗ bei er ſeine Stimme abſichtlich ſehr zu dämpfen ſchien, „wenn man Jemandem ſeinen Hausſchlüſſel anvertraut und die Bitte hinzufügt, von dieſem Hausſchlüſſel Gebrauch zu machen, ſo muß man ſich nicht wundern, wenn man— wenn man auf eine Art— überfallen wird, die Einem allerdings recht unangenehm ſein kann— doch vill ich trotz allem dem um Entſchuldigung bitten, ich hätte frei⸗ lich klopfen können und ſollen.“
Der junge Ingenieur hatte große Mühe, ſeiner be⸗ greiflichen Aufregung ſo weit Meiſter zu werden, daß er, dem Anderen näher tretend, ebenfalls in leiſem Tone ſagte:„Ich ſehe wohl ein, es bedarf durchaus keiner Entſchuldigung, oder ich müßte dieſelbe von Ihnen erbit⸗ ten— aber Sie werden begreiflich finden, Herr von Miltau, daß....“
„O, ich begreife Manches,“ erwiederte der Andere mit einem eiskalten Tone und mit einem ſo ſpöttiſchen Lächeln,


