Zwanzigſtes Kapitel. 13.
Nacken zu löſen; vergebens hatte er alsdann ſich aufzu⸗ richten verſucht und dadurch nur erreicht, daß er das ſchöne Weib vom Boden emporhob, wobei ſeine Hand mit ihrem warmen, zuckenden Körper in eine Berührung kam, die ihm das Blut gewaltſam zum Herzen zurückſtrömen ließ, ſein Auge verdunkelte und ihn um ſo mehr in eine tiefe, aber ſelige Nacht zurückwarf, als ſich ihr reiches Haar wie ein ſchwarzer Schleier rings um ſein Haupt aus⸗ breitete.—
„Und kannſt du mich jetzt noch verlaſſen, Albert?“
„Um des Himmels Barmherzigkeit willen, mich zwingt mein Wort dazu! Könnteſt du es mit anſehen, wie man mit Fingern auf mich als auf einen Feigling deuten würde?“
„Gewiß, gewiß, ich weiß ja, daß du nicht feige biſt! Du biſt hochherzig und kühn, und gerade da du das biſt, wirſt du mich jetzt nicht verlaſſen!“
„Ich muß, Sophie, ich muß— ſieh, wie jetzt der Morgen ſelbſt durch mein verhängtes Fenſter hereindäm⸗ mert— ich habe wenig Zeit mehr zu verlieren— wenn du mich liebſt, ſo laß mich aus deinen ſüßen Armen, laß mich keine Gewalt anwenden, wozu du mich zwingen wür⸗ deſt, wenn du meinen Bitten kein Gehör ſchenkſt!“
„Nein, nein,“ rief ſie in höchſter Aufregung,„zwingen


