Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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Zwanzigſtes Kapitel. 11

es hatte ſeine Verabredung auf heute Morgen erfahren, es wollte dieſelbe hindern; er fühlte ſich in einer furcht⸗ baren Lage. Er warf einen Blick gegen das Fenſter, doch da dieſes dicht verhangen war, ſo konnte er nicht ſehen, ob der Tag heraufdämmere, wohl aber ſah er, als er ſich aufgerichtet, in die angſterfüllten, reizenden Züge einer Frau, die ihn, wie er wußte, heiß und innig liebte; er ſah ihr aufgelöstes, prachtvolles, ſchwarzes Haar von der bleichen Stirn tief über ihre weiße Schulter herab⸗ fallen, den blendenden Schein ihres bewegten Buſens er⸗ höhend. „Verſprechen Sie mir, das Haus nicht zu verlaſſen, mehr will ich ja nicht, mehr verlange ich ja nicht, und werde mich augenblicklich zurückziehen, um Ihnen nicht weiter beſchwerlich zu fallen!“

Sie ſagte das mit zitternder Stimme, von Schluchzen unterbrochen, während ſie ſich emporrichtete und ſeine Hand ergriff, mit der er ſie, wenn gleich ſanft, von ſich drückte.

„Sie wiſſen alſo, um was es ſich handelt?“

„O, ich weiß es, ich weiß es! Ich wußte es geſtern Abend, ich wußte es ſeit mehreren Tagen!“

„Und Sie nehmen ſo innigen Antheil an mir?“ fragte er in herzlichem Tone.

„O, den innigſten!“