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Zwanzigſtes Kapitel. 7
niederbeugend, leiſe, leiſe das Ohr an die Thür legte und jedes Geräuſch des zerriſſenen Papiers ſo mit empfand, als würde ihr eigenes Herz zerriſſen. Auch ſie hatte heute Abend das entſcheidende Wort, ſein Duell betreffend, hun⸗ dertmal auf der Zunge gehabt— hatte ſie doch ſeit geſtern an nichts Anderes gedacht!— und immer wieder
hatte ſie es zurückgedrängt in dem Gedanken, daß jetzt,
während er ſcheinbar ſo ruhig vor ihr ſaß, noch nicht der Augenblick gekommen ſei, um günſtig auf ſeinen Entſchluß einzuwirken: er würde den Verſuch gemacht haben, ſie mit guten Worten, mit Vernunftgründen zu beſchwichtigen, ja, er würde ſie am Ende ſelbſt zu der Ueberzeugung ge drängt haben, daß ſeine Ehre jene Zuſammenkunft gebie⸗ teriſch verlange— oder er hätte ihr vielleicht zweideutige Verſprechungen gemacht, um daraufhin doch das zu thun, was er für das Richtige hielt.
Sie hatte ſich halb entkleidet auf ihr Bett geworfen, um bei jedem zufälligen Geräuſch im Hauſe, bei jedem Glockenſchlage emporzuſchrecken, um alsdann wieder mit laut klopfendem Herzen an ſeiner Thür zu lauſchen— und immer wieder hörte ſie ihn in ſeinem Zimmer beſchäftigt.
Doch war Welden endlich mit allem, was er zu thun hatte, fertig geworden, und ſeine letzte Arbeit war, von allen ſeinen Schubladen, ſowie von dem Schranke, in


