8 Zwanzigſtes Kapitel.
welchem ſich die Bauakten befanden, die Schlüſſel einzu⸗ ſtecken und die geſchriebenen Briefe und Pakete auf ſeinem Schreibtiſche recht augenfällig zu ordnen. Dann fühlte er, wie ihn die Müdigkeit übermannte und wie nothwen⸗ dig es ſei, ſich durch einige Stunden guten Schlafes für morgen zu ſtärken. Auch war jetzt, wo alles Nöthige be⸗ ſorgt ſchien, eine wohlthuende Ruhe in ſein Herz einge⸗ zogen, und mit dieſer das Bedürfniß des Schlafes. Die Befürchtung des zu ſpäten Erwachens hatte er nicht, denn neben einem untrüglichen Mittel, welches darin beſtand, daß er kurz vor dem Schlafengehen die betreffende Stunden⸗ zahl in gleichförmigen Schlägen auf ſeinem Nachttiſchchen markirte, hatte er auch dem Baron Miltau für alle Fälle ſeinen Hausſchlüſſel gegeben, und daß Miltau, der gerade in dieſen Tagen jeden Morgen um vier Uhr in den Stall mußte, fehlen würde, daran war nicht zu denken.. So ſchlief er denn augenblicklich ein, nachdem er ſich wenig entkleidet niedergelegt, und that einen tiefen und geſunden Schlaf. Auch waren ſeine Träume durchaus nicht ſo beunruhigender Art, wie man vielleicht hätte denken können; nur einmal ſah er ſich mit der Ueber⸗ brückung einer Thalſchlucht mit tiefen, ſteilen Wänden be⸗ ſchäftigt, auf deren ſcroffer Kante er mit Anordnungen thätig war, um einen ſchweren Balken hinüber zu ſchieben.


