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Zwanzigſtes Kapitel. 5
Thränen gefüllten Augen zu verbergen, ſo hatte er dis⸗ creter Weiſe geſchwiegen und das Geſpräch auf ein gleich⸗ gültiges Thema geführt, wobei es ihm allerdings eine ſeltſame Empfindung gab, wenn er bei ſich dachte, ſie könnte von ſeinem Vorhaben Kenntniß erlangt haben und ihm gelte die tiefe Rührung ihres Herzens, dies ſie ſich zwar mit aller Kraft zu unterdrücken bemühte.
Einige Mal ſchon war er im Begriffe geweſen, offen mit ihr zu reden, ja, es kam ihm vor, als wolle ſie ihn durch irgend eine Bemerkung hierzu ermuntern; doch er⸗ ſchien es ihm kleinlich, unwürdig, ja, gefährlich, auf dieſe Art eine innige Theilnahmebezeigung der ohnehin ſo ſehr erregten, ſchönen Frau herauszufordern. Gefährlich— gewiß, denn er hatte es zuweilen wohl in ſeinem Herzen gefühlt, daß der heiße Blick, den ſie häufig aus ihren ſchönen Augen auf ihn geſchleudert, mehr als Freundſchaft ausdrücken ſollte— ja, gefährlich ſelbſt für ihn, denn auch ſein Blut war in Wallung zu bringen, und er wußte genugſam aus den eigenthümlichen Lebensverhältniſſen der jungen Frau, um nicht Manches vollkommen erklärlich zu finden.
Als er nun heute Abend von ihr Abſchied genommen, hatte ſie ſeine Rechte mit ihren beiden Händen ergriffen, dieſelbe feſt und innig gedrückt und dann einen Augen⸗


