Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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4 Zwanzigſtes Kapitel.

welches an das ſeinige ſtieß, eine Taſſe Thee getrunken, wobei er ſich alle Mühe gegeben, ſo heiter und unbe⸗ fangen als nur immer möglich zu erſcheinen. Doch war ihm das nicht recht gelungen; wenigſtens hatte er dadurch nicht die beabſichtigte Wirkung auf die liebenswürdige, ſchöne Frau ausgeübt, in deren Geſellſchaft er heute Abend, wie ſchon ſo oft, ein paar Stunden zugebracht.

Die Oberbauräthin war offenbar mit etwas Unange⸗ nehmem ſehr beſchäftigt geweſen und hatte ſich vergebliche Mühe gegeben, das zuweilen durch eine gezwungene, ſprühende Laune zu verdecken: ſie hatte mit ihm heiter geplaudert und gelacht; doch wenn ſich auch dieſes Lächeln an ihren ſchwellenden Lippen, an ihren blendend weißen Zähnen gezeigt hatte, ſo war es immer wieder gedämpft worden durch einen trüben, ſchmerzlichen Blick ihres glän⸗ zenden, ſonſt ſo glücklich ſtrahlenden Auges, beſonders wenn ſie ihn an dem heutigen Abende lange und nach⸗ ſinnend betrachtete. Auch war es ihm nicht entgangen, wie ſo häufig ihr Buſen von tiefen Athemzügen gehoben wurde, ja, von Seußzern, welche ſie ſich vergebliche Mühe gab, hinweg zu lächeln.

Wohl hatte er ſie nach der Urſache ihrer trüben Stim⸗ mung gefragt; doch wenn er alsdann bemerkte, daß ſie ſich kopſſchüttelnd abwandte, um ihm ihre plötzlich mit