248 Neunzehntes Kapitel.
„Das ſind ja Ungeheuerlichkeiten, Schmetterer— darin iſt aber auch nicht die Spur eines vernünftigen Zu⸗ ſammenhanges.“
„Braucht's auch gar nicht, Herr Polizeirath, um in unſerer guten Stadt Klatſchereien auszuſinnen und aus⸗ zubreiten— ich möchte mich anheiſchig machen, es als glaubwürdig unter dieſes Volk zu bringen, daß ich Schmetterer, trotz meines blonden Haares und meiner durchaus nicht jüdiſchen Phyſiognomie, ein heimlicher
Ifraelite bin, der an jedem Oſtertage ein unſchuldiges
Chriſtenknäblein abſchlachtet— viele alte Weiber beiderlei Geſchlechtes würden die Sache für möglich halten, und das wäre doch noch viel unwahrſcheinlicher, als das Andere.“
„Als welches Andere?“ fragte ihn der Polizeirath in ſehr ungeduldigem Tone.
„Als ein Zuſammenhang zwiſchen dem alten Thurme
mitſammt ſeinem Beſitzer, dem Herrn von Rivola, und dem Stadtſchultheißen.“
„Pfui, Schmetterer, ich hätte Sie für geſcheiter ge⸗ halten! Reden wir nicht mehr darüber.“
„Und Franz Steffler, für den ſich Friedrich im Namen und Auftrage ſeines Herrn geſtern Abend noch aufs dring⸗ lichſte verwandte?“
„Er wird nicht aus der Welt gehen; halten Sie


