Neunzehntes Kapitel.
tiſch zurücktrat und dort durch ein Zeichen mit der Glocke
den Amtsdiener herbeirief, der auch ſogleich erſchien.
„Da, nimm meine Lorgnette, Anton, und laß ſie mir
wieder herſtellen; es fehlt das rechte Glas.“
„Haben der Herr Polizeirath das Glas nicht mehr?“
„Doch, doch, ich glaube, ich habe es zu mir geſteckt — richtig, da iſt es.“— Er griff in ſeine Weſtentaſche und zog das in Papier eingewickelte Glas hervor.— „Da, nimm es; es iſt mir vor ein paar Tagen heraus⸗ gefallen, doch glaube ich nicht, daß es Schaden gelitten hat.“
Der Amtsdiener entwickelte das unſcheinbare, vergilbte Papier und ließ es auf den Schreibtiſch niederfallen, wor⸗ auf er das Augenglas aufmerkſam betrachtete, welches aber durch den Fall keinen Schaden gelitten hatte; dann verließ er das Zimmer, da er keinen weiteren Befehl von dem Polizeirathe erhielt.
Dieſer ließ ſich wieder in ſeinen Stuhl nieder, warf ein Knie über das andere und ſtützte den Kopf in die Hand.
„Ich weiß nicht,“ dachte er,„warum ich den Ge⸗ danken nicht los werden kann, daß Ferdinand Welkermann in irgend einem Zuſammenhange mit dem ſo plötllichen Auftauchen falſcher Banknoten ſteht? Die unſinnige Ver⸗ ſchwendung dieſes jungen Menſchen in der letzten Zeit iſt um ſo mehr Verdacht erregend, da mir der Stadtſchult⸗


