Neunzehntes Kapitel.
„Recht gern,“ gab ſie zur Antwort, wobei es freudig in ihren Augen aufglänzte;„aber ſo müßte ich ihm ja geſtehen, daß ich um das Duell weiß.“
„Nun ſo geſtehe es ihm, es wiſſen noch mehr Leute
darum.“
„Und meine Belohnung?“ fragte ſie mit einem reizenden, ſchalkhaften Lächeln.
„Das Bewußtſein, eine gute That gethan zu haben, mit dem ich mich ſo oft zufrieden geben muß.“
Sie reichte ihm ihre Hand, worauf er mit ihr das Zimmer verließ und ſie über die kleine Nebentreppe hinab⸗ geleitete.
Als er wieder zurückkam, trat er an das Fenſter und ſah die Oberbauräthin, welche das Ende des großen Platzes erreicht hatte und dort ſtehen blieb, um mit Jemanden zu ſprechen; er erkannte aber die andere Dame nicht und
nahm ſeine Lorgnette zu Hülfe, wo er dann, das rechte
Auge zugekniffen, mit einiger Anſtrengung ſah, daß es die Frau Reviſorin Welkermann war, welche mit ſeiner Schweſter etwas Wichtiges zu verhandeln ſchien und ſie dann in eine Nebenſtraße begleitete. 3 „Ich möchte gerade nicht, daß ſie mit dieſer General⸗ Stadtklatſche von der Geſchichte ſpräche. Doch in Sophie ſchon ſo klug, das nicht zu thun.“ So dachte Herr Merkel, während er an ſeinen Schreib⸗


