Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Neunzehntes Kapitel.

„Zuverſichtlich, wenn du dein mir gegebenes Wort hältſt und Herrn Welden keine Mittheilungen machſt— wogegen im anderen Falle allerdings der junge Herr ge⸗ warnt würde und Mittel und Wege fände, die Zuſammen⸗ kunft doch ſtattfinden zu laſſen.“

„Alſo morgen früh?“

„Morgen früh um ſieben Uhr.“

„Aber ſage mir, Joſeph, wie kannſt du es möglich machen, daß Herr Welden das Haus morgen früh nicht verläßt, um ſeinen Feind irgendwo zu finden?“ 3

„Ja, wenn ich das vermöchte, wenn ich ihn wie einen Schulknaben in ſein Zimmer einzuſchließen vermöchte, nur bis ſieben Uhr— aber das iſt unmöglich— doch habe ich noch ein anderes Mittel, das mir nicht ſo leicht fehl⸗ ſchlägt.“

Frau Lievens war an das Fenſter getreten; ſie faßte mit der Hand den Griff der Verſchlußſtange und drückte ihre heiße Stirn gegen das kalte Metall. So verblieh ſie ein paar Minuten in tiefes Nachdenken verſunken und. ſchrak alsdann ſichtbar zuſammen, als ihr der Polizeirath in launigem Tone zurief:

„Nun, willſt du mich in meinen Bemühungen unter⸗ ſtützen? Denke dir etwas aus, um ihn von dieſem gar⸗ ſtigen Duell zurückzuhalten. Ihr Weiber ſeid erfinderiſch, du könnteſt ja zum Beiſpiel ſämmtliche Hausſchlüſſel ver⸗ loren gehen laſſen.“