Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

232 Neunzehntes Kapitel. 8

das bin ich— gebietet; es iſt das auch eigentlich gar kein Geheimniß, am wenigſten ein Amtsgeheimniß und am allerwenigſten etwas gegen die Perſon des Herrn Welden gerichtet, nein, nein, wie ſchon bemerkt, das alles geſchah und geſchieht gerade in ſeinem Intereſſe.“

„Nun, ſo theile mir dieſes Intereſſe mit.“

„Dir könnte ich das wohl, aber ſo wie du das dir Mitgetheilte weiter mittheilteſt, ſo hätte es alles Intereſſe verloren für dich, für mich und für Herrn Welden.“

„Wenn ich dir nun aber mein Wort gebe, weder über das, was du mir mittheilſt, zu reden, noch auf irgend welche andere Art Jemandem darüber Mittheilung zu machen— du weißt, man kann Jemandem auch ſchriftlich mittheilen oder in einem Selbſtgeſpräche,— wenn ich dir nun aber verſpreche, nichts dergleichen zu thun, oder wenn ich dir im anderen Falle die Verſicherung gebe, ſo⸗ gleich Herrn Welden zu ſagen, daß er beobachtet wird und daß du es leider ſchon wüßteſt, er habe Vorbereitun⸗ gen zu einer längeren Reiſe gemacht?“

„Ja, ja, vielleicht zu einer längeren Reiſe.“

„Nein, nein, das iſt nicht möglich,“ rief die ſchöne Frau in großer Erregung,„das würde Herr Welden nie⸗ mals thun; er würde⸗ mich— uns nicht heimlich ver⸗ laſſen, das traue ich ihm nicht zu— o, gewiß nicht— gewiß nicht!“