Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Neunzehntes Kapitel. 231 2

„So, du willſt?“

„Ja, mein lieber Bruder— wenn du nicht willſt, daß ich Herrn Welden einfach ſage: nehmen ſie ſich in Acht, die hohe Polizei läßt Sie beobachten, ſie weiß durch mich, daß ſie in den letzten zwei Tagen viel zu Hauſe waren und ſchrieben, alleeihre kleinen Rechnungen bezahl⸗ ten, ja, geſtern Abend ſpät einen Koffer packten, als wenn ſie eine weite Reiſe machen wollten.“

„Nun, wenn du ihm das ſagteſt,“ entgegnete Herr Merkel in faſt luſtigem Tone,„ſo würde Herr Welden un⸗ gefähr wiſſen, um was es ſich handelt.“

„So werde ich es ſogleich thun, ſobald ich nach Hauſe komme.“

„Sei geſcheit, Sophie, und glaube mir, daß alles, was geſchieht, nur zum Beſten deines Herrn Welden iſt.

„Meines Herrn Welden?“ verſetzte die ſchöne Frau achſelzuckend—„gut denn, ſo ſei auch du ſo geſcheit und ſage mir, was ich wiſſen will, denn du biſt überzeugt, daß ich nichts gegen das Intereſſe meines Herrn Welden thun werde.“

Der Polizeirath hatte ſich in ſeinen Stuhl zurückge⸗ lehnt, rieb alsdann ſeine Hände behaglich um einander und betrachtete ſeine Fingerſpitzen, indem er ſagte:„Das ließe ſich allenfalls thun, wenn du klug genug wäreſt, nicht klüger ſein zu wollen, als es dir die Klugheit—